Bewerben über XING und LinkedIn: Wie es richtig geht

 

Wie Sie mit einer pfiffigen, ehrlichen und persönlichen Nachricht in Business-Netzwerken punkten

Ohne Stellenausschreibung zum Wunschjob

XING & LinkedIn: Pfiffig, ehrlich, besonders.

“Nach dieser kurzen Linkedin-Nachricht hat eine Geschäftsführerin dem Absender sofort einen Job gegeben” - so titelte Anfang Mai 2019 das Nachrichtenportal Business Insider Deutschland. Und zitierte Kathryn Minshew (Gründerin und Geschäftsführerin der Karriereseite „The Muse“), die dazu eine Geschichte in ihrem Sachbuch „The New Rules of Work“ (gemeinsam mit Co-Gründerin Alex Cavoulacos) preisgab. Und diese Geschichte geht so:

Elliott Bell schreibt Kathryn Minshew über LinkedIn an. Und obwohl Kathryn gerade gar keinen Marketingchef sucht, heuert sie ihn an. Der Beginn einer vierjährigen Zusammenarbeit.

Kleine Nachricht - große Wirkung

So weit so klar. Doch wie hat Elliott das geschafft?

Ich meine: Da ist keine Stelle ausgeschrieben, offenbar wird also gerade niemand gesucht, oder?

Und wie soll eine einfache Nachricht eine reaktive oder initiavtive Bewerbung ersetzen? Kann doch gar nicht, sagen Sie?

Tja, einfach war die Nachricht für Elliot wohl: Er gibt an, nur zwei Minuten dafür gebraucht zu haben.

Und manchmal liegt ja im spontanen, spontan formulierten Text mehr Würze, als in den Schreiben, die Stunden von Zeit fressen. Deswegen ja auch mein Mantra:

Sprechen statt schreiben! Sprechen Sie Anschreiben. Nutzen Sie dafür Ih Smarthone - einfacher können Sie Sprache in Text nicht verwandeln. Und so wird Ihr Motivationsschreiben garantiert lebendiger, frischer und persönlicher!

 

Wie Sie Elliotts Erfolgsmodell für sich nutzen können

Kleines 1x1 der persönlichen Kontaktaufnahme

Elliott machte dazu noch ein paar wichtige Sachen richtig, und das sind diese (ich zitiere aus https://www.businessinsider.de/bewerbung-linkedin-nachricht-job-2019-5):

Er erwähnte ein persönliches Detail — dass er sie bei der Konferenz auf der Bühne gesehen hat

Er machte ihr Komplimente — dass sie und ihr Team ihn schwer beeindruckt hätten

Er beschrieb klar und deutlich, dass er für „The Muse“ arbeiten möchte — und nicht für irgendeine Firma

Die zwei Sätze über seine bisherige Erfahrung reichten für sie als Information, um sich ihn genauer anzuschauen

Er erwähnte einen gemeinsamen Bekannten, bei dem sie sich über ihn erkundigen könnte

Er schlug nichts Konkretes vor, das zu viel Druck gemacht hätte — wie ein 30-minütiges Telefongespräch am nächsten Tag (das ist Minshew schon passiert)

 

Klingt einfach? Ist es auch!

Hier kommt eine kleine Anleitung, wie Sie sich Ihren Wunschfirmen nähern können:

Überlegen Sie:

  • Wer hat Sie kürzlich so richtig begeistert?

  • Für welches Produkt, welche Dienstleistung oder welches Konzept würde Sie am liebsten stehen?

  • Wer wäre der Mensch, für den Sie arbeiten würden, um es stolz Ihren Kids zu erzählen?

  • Welche Firma in Ihrer künftigen Vita wäre diejenige, auf die Sie noch auf dem Sterbebett stolz wären?

Und nun die Fleißarbeit: Ansprechpartner recherchieren. Wenn es weder bei XING, noch bei LinkedIn klappt - direkt per E-Mail anschreiben. Das E-Mail-Format finden Sie heraus, einfach mal die Webseite des Unternehmens anschauen. Häufige Muster sind:

  • VornameNachname@firma.de

  • AnfangsbuchstabedesVornamensNachname@firma.de

  • Vorname_Nachname@firma.de

  • Vorname.Nachname@firma.de

 

Die Königsdisziplin: Die gute Nachricht

Der Einstieg: Ein aktueller Anlass als sachlicher Türöffner

Sicherlich wollen Sie endlich wissen, was Elliot denn nun schrieb (Quelle: https://www.businessinsider.de/bewerbung-linkedin-nachricht-job-2019-5).

Voilà:

Hi Kathryn, 

Ich war natürlich nicht die Hauptzielgruppe, aber trotzdem nahm ich für meine Firma EatDrinkJob an der Konferenz „Women 2.0“ teil und hatte die Möglichkeit, dich auf der Bühne beim Pitch zu sehen. Ich war schwer beeindruckt von dir, deinem Team und vor allem deiner Firma.

Ich war sechs Jahre lang bei Seamless.com und habe dabei mit der unglaublichen Führungskraft Jason Finger (den du gut kennst) zusammen gearbeitet. Ich sehe ein beeindruckendes Potenzial in deiner Firma, und würde mich wahnsinnig freuen, in irgendeiner Weise mitzumachen. Mein primärer Fokus liegt auf Marketing und ich habe viel Erfahrung mit den Firmen und Nutzern, die genau eure Zielgruppe sind. Ich würde dir gerne mehr über meine Fähigkeiten erzählen und bin überzeugt, dass sie euch helfen könnten, eure Wachstumsziele zu erreichen und zu übersteigen. 

Gratuliere dir zu deinem Erfolg. Und nochmal: Ich würde mich freuen, wenn wir einen Termin finden, damit ich dir berichten kann, was ich beitragen kann. 

Alles Gute,

Elliott

 

Hilfreich, wenn auch nicht unbedingt Pflicht: Ein akuter Auslöser oder der aktuelle Anlass als Türöffner und Einstieg. In Elliots Fall die Konferenz, an der beide teilnahmen. Das ist natürlich super als konkreter Einstieg, weil es einen persönlichen Bezug herstellt. Es eignet sich aber genauso jede andere Form, die etwas weniger persönlich ist:

  • Die Firma hat gerade bekanntgegeben, einen neuen Standort an der Bergstraße zu eröffnen.

  • Die Inhaberin wurde kürzlich von einem Wirtschaftsmagazin interviewt.

  • Das Startup-Team hat soeben ein neues Produkt angekündigt.

 

Das Kompliment: Aufrichtige Anerkennung als emotionaler Türöffner

Würden Sie darauf verzichten, jemanden zu googeln, der Ihnen gerade ein ehrlich wirkendes Kompliment gemailt hat?

Würden Sie nicht sofort überlegen, wo Sie diese Person, die Sie für eine Ihrer Stärken, Kompetenzen oder Leistungen bewundert, wohl einsetzen könnten?

Und würde Ihre Bereitschaft, diese Person zumindest auf einen Business-Kaffee zu treffen, nicht rapide steigen?

Na also!

 

Das Arbeitskraftangebot: Klar und deutlich, kurz und knapp

Was ganz vielen Menschen im Bewerbungsprozess so irrsinnig schwerfällt: Zu begründen, wieso sie ausgerechnet für diese Firma arbeiten wollen. Mein Eindruck ist, sie können es nicht formulieren, weil sie es nicht wissen. Es gibt einfach keinen Grund in ihren Augen, für genau dieses Unternehmen zu arbeiten. Kein Wunder also, dass sie es nicht aufs Papier bringen!

Für Elliot ist klar: Er will für Kathryn und ihre Firma arbeiten. Und genau so schreibt er es auch.

Das können auch Sie:

 

Sie begeistern sich für Lastenräder und sehen in diesen großartige Chancen für junge Eltern und Senioren mit Hund? Dann schreiben Sie doch Riese & Müller an und formulieren genau das:

Als Elektroingenieur, Maschinenbauer und junger Vater brenne ich für Lastenräder, e-Mobilität und Fahrassistenzsysteme. Wenn ich mir vorstelle, das alles zu kombinieren, um jungen Eltern oderSenioren mit Hund das Leben zu erleichtern - das lässt mein Herz höher schlagen!

Noch ein sehr offenes Gesprächsangebot im Stil von Elliot - fertig!

Ich würde Ihnen gern mehr über mich erzählen und bin sicher, dass wir gemeinsam Großes bewegen können!

Mehr muss es gar nicht sein.

Klar, Elliot wiederholt nach der Gratulation zu Kathryns Erfolg noch einmal das Angbot zum Dialog. Das können Sie gern machen, müssen Sie aber nicht unbedingt. Wiederholungen können verstärken, aber auch penetrant wirken.

So, und jetzt sind Sie dran!

Dass Sie Ihr XING- und LinkedIn-Profil aktualisieren und werbefrisch gestalten, bevor Sie in die aktive Ansprache Ihrer Wunscharbeitgeber starten, ist klar, oder?

 

Und wenn Sie nun denken, dass Sie mit meiner Hilfe schneller, einfacher und erfolgreicher zur neuen Stelle kommen, buchen Sie jetzt Ihre individuelle Karriereberatung oder Ihr persönliches Bewerbungscoaching!

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